Hier werden Arbeitsplätze geschaffen und unser Stadtbild bereichert !?
Fortsetzung:
Es gibt in Chemnitz eine große grüne Fläche, die auf Bebauung durch Firmen wartet. Das ist das potenzielle Gewerbegebiet Rabenstein-Ost. Seit langem sind bereits Abzweigungen an der Kalkstraße gebaut worden. Nun endlich werden Nägel mit Köpfen gemacht! Die Bevölkerung wartet angeblich bereits auf neue Arbeitsplätze, das Finanzamt auf neue Steuereinnahmen und die Baufirmen stehen auf dem Sprung, um Aufträge für die Errichtung der Gebäude, deren Straßen und Plätze zu schaffen.
Das klingt alles sehr gut, so wie es sich die Stadtverwaltung, die Banken und Investoren derzeit vorstellen:
„Alles soll umweltverträglich und ökologisch erfolgen, die Versiegelung auf ein Mindestmaß beschränkt werden, Gründächer, Bäume, Sträucher die derzeit öde Feldlandschaft verbessern helfen. Es ist unabdingbar, für den weiteren Aufbau der Wirtschaft hier zuzugreifen und den interessierten Firmen diese Flächen zu günstigen Preisen anzubieten. Die Anwohner werden von dieser Ansiedlung profitieren, denn damit erhält Rabenstein endlich wieder größere Ansiedlungen des verarbeitenden Gewerbes. Die günstige Nähe zur Autobahn garantiert optimale Bedingungen. Dresden ist über die Chip-Autobahn für die taiwanesischen Freunde schnell erreichbar, falls kein Stau ist.
Der bisherige eintönige Blick von der Autobahnbrücke Richtung Rabenstein würde durch hervorragende architektonische Industrieanlagen rechts und links der Kalkstraße bereichert“.

Nun gibt es aber bereits wieder Bedenkenträger, die diese schöne Zukunft hier vereiteln wollen. Etwa mit der Begründung, dass Rabenstein einmal zum Naherholungsgebiet für die Großstadt erklärt wurde, mit Merkmalen wie dem Rabensteiner Wald, dem Stausee mit Campingplatz, der Burg mit ihrer Geschichte und dem schönen Landschaftsbild vor der Stadt. Sind das Gründe, das Gewerbegebiet zu verhindern? Es gibt zwar ein Schild im Frei-Otto-Park, wo der weltberühmte, hier in Siegmar geborene Architekt Frei Otto mit einem Ausspruch zitiert wird, der für einen Architekten eigentlich sonderbar klingt:
Lieber gar nicht bauen als zu viel bauen!
Wie kann er das nur gemeint haben? War er auch Bedenkenträger? Wahrscheinlich ja, denn er muss Erfahrungen gesammelt haben in der alten Bundesrepublik und war ein Gegner der Verschwendung. Aus dem Land Bayern stammt auch ein sehr schöner Film über die guten Absichten der Gemeinden und Bürgermeister, was ihre Offenherzigkeit für Investoren einerseits und die Ergebnisse in den letzten 50 Jahren andererseits dem Land gebracht haben. Der Film heißt: „Unter_unserem_Himmel-Bayern_Boden_und_Beton“. Den sollten sich alle ansehen, welche den weiteren Aufschwung durch Bebauung herbeirufen möchten. Weiterhin haben die Bedenkenträger noch eine Tatsache genannt, das ist die derzeitige Konkurswelle (24000 in 2025!). Viele Spitzen der Stadt möchten ja nur das Beste für ihre Kommune, was verständlich ist. Wären sie Bedenkenträger, hätten sie diese Funktionen nicht übernommen. Da ist es nicht einfach, an einer bestimmten Stelle „nein“ zu sagen. Das kann man nur machen, wenn es genügend Gründe für ein unwirtschaftliches und zweifelhaftes Vorhaben gibt. Es wurden dafür bereits Gelder verwendet für Planungsleistungen, die sich wenige Jahre später als verschwendet herausstellten. Sparmaßnahmen in den Kindergärten, Personalabbau, aber gleichzeitig Schuldentilgung für das Sportstadion. überteuertes Sportstadion.
Bedenkenträger können sich aber zu Bürgerinitiativen entwickeln, auf die nicht immer, aber immer öfter gehört wird. So auch in diesem Falle. Es wurde eine Petition gestartet, die in kurzer Zeit über 1000 Petenten unterschrieben haben. Diese unterliegen in den wenigsten Fällen dem NIMBY-Effekt (Not in my backyard! – nicht vor meiner Haustür! Sondern es sind vorausschauende Bürger aus allen Stadtteilen dabei.
Also, werte Mitbürger und Entscheider, denken Sie nach, bevor einfachen Beschlüssen zugestimmt wird. Das Wort von Frei Otto ist immer noch gültig. Und ein Rückbau der Hallen in ein fruchtbares Feld wird nie erfolgen. G. R.
Zitate aus der Freien Presse.
„Chefsache in schwierigen Zeiten“ vom 4.2.26, S. 9:
„Thyssen-Krupp und Siemens haben Standorte geschlossen“
„..Deutlich zurückgegangen sind die Verkäufe von Gewerbeflächen.“
„Textilfirmen und Solarhersteller haben ihre Firmen ins Ausland verlagert.“ „Investiert in Neubauten haben Fa. Götze, Reisebüro Kaiser und ein Fahrradhändler.“
Ein Stadtrat fragt, warum Rabenstein-Ost nicht schon längst erschlossen ist:
Ganz einfach, weil die Erschließung im zweistelligen Millionenbereich liegen dürfte. Aber die Stadt ist arm. Darum lasst uns beten: Herr, lass Fördermittel regnen! Und dann warten, wer alles kommen möchte…
Dabei warten viele große Industriebrachen wie die alten Niles-Werke auf Belebung. Das ist graue Energie, die bereits in unsere Stadt investiert wurde!
Nachtrag, was der Chemnitzer Westen wirklich braucht: Statt eines kleinen Parkplatzes für die SG Handwerk Rabenstein in 500 m Entfernung werden Gebäude für die Daseinsvorsorge vorgeschlagen, eine Oberschule fehlt, eine Sporthalle zur Mehrzwecknutzung, eine Schwimmhalle oder ein Skaterbereich.

Bilder und Visualisierungen Stadt Chemnitz
Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan Nr. 15/15 „Gewerbegebiet Rabenstein Ost“
